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Der Wille

Ich produziere Kunst, um mich selbst dadurch besser zu verstehen und um die Welt um mich herum einordnen zu können. Ich hoffe auch, dadurch für andere neue Bezüge zur Welt zu ermöglichen. Denn ich versuche auch möglichst vielfältige Bezüge zur Welt zu erlangen.

Ich komme mir unter Menschen vor  wie ein Ailien, doch weiß ich auch, dass die meisten Menschen  sich derartig entfremdet fühlen. Deswegen fotogerafiere ich Menschen und die Welt auch oft so verzerrt. Allerdings  muss ich auch die Verzerrung in ein Verhältnis zu wahrhaftig wirkenden Dingen in der Welt setzen, die mich inspirieren. (Dies währen vor allen Dingen die Galerien “Menschen” oder “Natur und Landschaft“.)

Ich will das Gefühl der Entfremdung beschreiben.

Was bedeutet “Abstrox”?

Für mich ist dies eine Wortneuschöpfung die meine eigenen Ziele verdeutlichen soll, denn das Wort ist zusammengesetzt aus dem Wort “abstrakt” und “paradox”. Mein abstraktes Ideal spiegelt sich durch die verzerrenden Methoden, die ich in Dramaturgie und Fotografie anwende, eindeutig wider. Durch die Paradoxität will ich mein Interesse für die Absurdität menschlichen Handelns beleuchten.

Ich galube unser Handeln ist oft sehr viel paradoxer und wir wollen uns die das nicht eingestehen. Ich möchte dies darstellen.  Die Facetten die sich um diese Umstände herum bilden sind dann oft verstörend, da der Vorgang diese Paradoxe Situation zu erklären und aufzulösen eine desillusionierende Wirkung beim Zuschauer auslösen kann.

Ich will dramaturgisch in meinem Aktuellen Buch “Bedingungen der Liebe” darstellen wie jemand Beispielweise unbedingt Individualität erreichen will, sich dafür aber  einer Vorbildfunktion unterwirft und insofern nicht auf sich selbst und “seine Innere Stimme” hört, sondern einen Anderen als seine Innere Stimme wahrnimmt.  Natürlich kann man hier auch hinterfragen, wie sinnvoll das Dekonstruieren der “Inneren Stimme” ist, wenn man annimmt, dass wir alle nur ein Produkt unserer Umwelt sind und dementsprechend jede Innere Stimme eines Individuums  als ein Produkt erfahrener äußerer Stimmen gesehen werden kann.  Doch glaube ich, der Mensch kommt mit der Verantwortung auf die Welt, sich eine innere Stimme zu bilden, autonom zu werden. Er muss damit umgehen können frei und damit alleine zu sein und muss Vertrauen zu seiner eigenen inneren Stimme aufbauen lernen. Dies bedeutet, seine Individualität zu leben.

Diese gelebte Individualität sehe ich in Menschen eher selten. Daher verzerre ich ihre Symptome andere Menschen oder Moden nachahmenden. So kann ich  den Zuschauern einen Spiegel vorhalten, der hier das absurde Handeln bezüglich der Individualität betont.

Doch ebenfalls will ich die Paradoxität im fotografischen Sinne beleuchten: Hier ist  der Begriff aber eher im dialektischen inneren Konflikt anzuordnen.  Ich will mich selbst innerhalb von Gegensatzpaaren wahrnehmen und einordnen lernen.

Doch Paradoxität ist für mich auch fundamental für den Existenzialismus. So können die meisten unserer Bestrebungen oft nur ins Leere laufen und wir drehen uns im Kreis, wie ein Hund, der seinem eigenen Schwanz nachjagt: Wir  wollen uns verlieben und Zuneigung bekommen, können uns aber nicht mehr selbst verstehen. Außerdem können unsere kommunikativen Möglichkeiten nur einen Bruchteil dessen ausdrücken, was in uns geschieht. Oder so wie wir uns selbst verstehen wollen, tun sich mit wachsendem Wissen immer mehr Fragen auf.

Insgesamt ist unsere Existenz durch die Evolution unserer kognitiven Fähigkeiten zur Ambivalenz verdammt, da wir nicht wie Tiere im Einklang mit unseren Trieben leben, sondern, dass wir uns durch unsere mentalen Kräfte neuen Herausforderungen stellen. Außerdem sind wir gleichzeitig geistig völlig verunsichert und oft auch frustriert darüber was mit unseren Kognitiven Fähigkeiten Konkret in der Welt errichtet wird.

Insofern will ich ambivalente Filme machen und Zustände der Zerrissenheit auslösen, um dieses Gefühl, Mensch in einer Gesellschaft oder als Individuum zu sein, begreifen. Damit wir uns der Absurdität unseres Handelns besser bewusst und erkennen unsere   Probleme. Denn durch dieses überdenken und diskutieren, können wir unser Ziel erreichen, irgendwann trotz intellektuellen Standards und Bildung  glückliche Menschen zu werden.

 

Der Feind? Die Langeweile!

Meine Inspiration liegt in den Tagträumereien, Phantasien, Wahnsinn,  Angstzuständen und Selbstzweifeln. Die verzerrenden Eigenschaften unserer Wahnehmung und insbesondere der Selbstwahrnehmung und letztlich alles Leid der Welt, helfen mir dem langweiligen Alltag zu entfliehen. Denn ich glaube, Kunst ist dafür da, Langeweile zu überwinden. Andererseits ist Langeweile selbst ein Sprungbrett für die Kunst. Denn dabei  sucht sich unser Gehinrn etwas zu tun und beschäftigt sich,  indem es Dinge erfindet und auf neue Ideen kommt . Ich bin ein ungeduldiger, rastloser und schnell gelangweilter Typ und genau diese Charaktereigenschaft kann mich zu aufregenden, spannenden und avantgardistischen Ideen führen. Mir geht es selten darum, an einen ganz bestimmten Punkt zu kommen. Ich will nur die Möglichkeiten der Wahrnehmung in ihren Grenzbereichen erforschen und die Welt in so unterschiedliche Extreme verzerren, dass ich neuen Aufschluss über mich selbst gewinne.

Sich verständlich machen

Der Mensch interessiert mich in  seiner ihn zur Verzweiflung führenden Widersprüchlichkeit seines oft paradoxen Willens.

Mir wurde mal gesagt: “Ich verstehe dich keinen Meter. Ich würde gerne in deinen Kopf reinschauen.” Daraufhin dachte ich: Ich verstehe mich ja selbst nicht einmal, dann müsste ich all die absurden Wiedersprüche meiner Selbstwahrnehmung vermitteln. Dies kann wiederum kaum anders als mit Verwirrung, okkult-kryptischen  Bildern oder Wahnsinn einhergehen, sodass nichts als eine vage Vermutung von Selbsterkenntnis kommunizierbar werden kann, um mein Gefühl “Mensch zu sein” angemessen zu beschreiben.